Geschichte dient der Identifikation ...

Das Gesicht einer Kommune - so auch Bottrop - wird von Gebäuden und Plätzen geprägt, die Seele - so etwas gibt es auch in Städten - jedoch von Menschen, ebenso von Meinungsvielfalt und Diskussionsklima und davon, wie Bürger miteinander leben und sich in der Gesellschaft den Herausforderungen der Zeit stellen. Stichwort: Bürgergesellschaft; es geht nicht mehr darum, für sie zu werben, sondern sie im Alltag umzusetzen.

Wir - die Historische Gesellschaft Bottrop e.V.  - mit ca. 500 Mitgliedern, Freunden und Förderern - halten das für wichtig; mindestens ebenso wichtig wie das Engagement von Bürgern.

 

... und der Integration

Die Initiatoren bewiesen Weitsicht, als sie am 28. Mai 1979 im Quadrat Bottrop die Gründung der Historischen Gesellschaft (im Folgenden HG) als gemeinnützige Einrichtung beschlossen, nachdem der sog. Gründungsausschuss bereits seit 1977 die inhaltlichen und personellen Fragen erörtert hatte. Der damals befasste Oberbürgermeister, Ernst Wilczok, unterstützt sehr nachhaltig dieses Projekt zur Gründung der HG in Bottrop (Schirmherr). Bereits damals merkte er als besonders gewichtige geschichtliche Ereignisse für unsere Stadt an: "Die Erstellung der Mercatorkarte 1579 (also vor mehr als 400 Jahren) und die Mobilmachung an der Emscher - 3. Juni 1789 -, die zu einem Beinahe-Krieg zwischen Bottrop, Kirchhellen und dem Vest Recklinghausen gegen Essen führte. Dieser Streit beendete die über 400 Jahre üblich jährliche Welheimer Reise, eine Art „Schützenausmarsch" der Essener Sebastian-Schützen nach Welheim. Die Historische Gesellschaft hat diese Ereignisse  aufbereitet: 1979 besorgte sie den Abdruck der Original-Mercator-Karte, 1989 erinnerte sie im Heft Nr. 12 der Schriftenreihe „Beiträge zur Bottroper Geschichte“ das Geschehen um die Welheimer Reise.

 

Beiträge zur Bottroper Geschichte: 35 Schriften

Sicherlich mag es im Frühjahr 1979 Bürger in Bottrop gegeben haben, die zweifelnd nach dem Sinn und der Notwendigkeit einer Historischen Gesellschaft in und für Bottrop fragten. „Es wird höchste Zeit, dass wir die Stadtgeschichte schreiben“, stellte Oberbürgermeister Ernst Wilczok, prominentester Taufpate und Schirmherr der HG in der Gründungsversammlung am 28. Mai 1979 unter Applaus von rund 100 Teilnehmern im Quadrat fest. „Es gilt, die tausendfältigen Fakten aufzuspüren, die zusammen die Geschichte der Stadt Bottrop ausmachen“, kommentierte das kleine „bottrop – Stadt der Treffpunkte“, und mit dem schlichten Glückwunsch „Geschichte dient der Identifikation und Integration“ unterstrichen die beiden bereits ansässigen Heimatvereine Bottrop und Kirchhellen die Bedeutung dieser Gesellschaftsgründung. – Auf Anhieb erklärten 50 Bottroper ihre Mitgliedschaft in dem „gemeinnützigen Verein. Die HG – ihre Mitglieder und die jeweiligen Vorstände – haben sich zur Aufgabe gemacht, das brachliegende Gebiet der Erforschung und Darstellung der Stadtgeschichte aufzuarbeiten und nachlesbar zu machen.

 

Bis heute sind in der Schriftenreihe „Beiträge zur Bottroper Geschichte" der Historischen Gesellschaft mehr als 35 Bücher und Sonderbände zur Siedlungs-, Sozial-, Wirtschafts-, Kirchen- und Kunstgeschichte erschienen. Sonderbände, Broschüren, Postkarten und Filme komplettieren die Publikationen aus der Feder geschichtsinteressierter Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.