Marcartor

Die älteste  Karte (1579), auf der der Name Bottrop „Bortorp“ – findet, verdankt ihr Entstehen den Streitigkeiten zwischen dem Fürst-und Erzbischof von Köln und den klevischen Grafen von Schaumburg-Holstein über die Besitzverhältnisse des Waldes Bischofssondern.

Wir befinden uns in der Zeit, als die kölnischen Erzbischöfe zugleich weltliche und geistliche Landesherren des Vestes Recklinghausen und damit auch von Bottrop waren. Da er seine Kriege finanzieren musste, verpfändete der kölnische Erzbischof Dietrich von Moers das gesamte Vest erstmals 1438, dann 1446. Nach langwierigen Verhandlungen und Prozessen vor dem Reichskammergericht t zu Speyer gelang es dem Kölner Fürstbistum 1576,das inzwischen auf die Grafen von Schaumburg-Lippe übergegangene Vest wieder einzulösen. Streitig blieben die Besitz-/Eigentumsverhältnisse des Waldes Bischofssondern, der von beiden Seiten als ihr Eigentum beansprucht wurde. So erhielt der Duisburger Kartograph Arnold Mercator, ältester Sohn von Gerhard Mercator, von der Kölner Kurie den Auftrag, die geographischen und territorialen Gegebenheiten im Raum Bottrop aufzuzeichnen:

„Cölnischer Rat Johann Averdunk – der Cölnische Rat Johann Averdunk meldet pflichtgemäss schriftlich am25.September 1579 u. a.: Er habe ‚zu Magister Arnold Mercator ghen Duisburg geschickt und ihn schriftlich und mündlich auffordern lassen, dem 3. und 4. Octobris ghen Bortorp zu erscheinen, die Besichtigung des Bischofs Sundern zu thun und darüber eine Mappam zu fertigen.“

Die von  Mercator angefertigte und mit dem Datum des 28. Oktober im Format von 33x64 cm, eine mit Aquarellfarben auf Leinen gemalte Darstellung, trägt den Titel „„Eygentliche Beschreibung und Gelegenheyt des Waldes genandt den Bischofs Sundern sampt allen seinen proprieteyten“.   Sie ist eine Verbindung von Grundriss und Aufriss und skizziert im Maßstab von etwa 1:8000 die Lage des Waldes Bischofssondern, die unmittelbareUmgebung und die Besitzverhältnisse.

Die Straßen und Wege sind hellbraun, die Flüsse dunkelbraun, die Wälder in einem dunkleren Grün,die Äcker und Felder braun. Die roten Linien makieren die Grenzen. Der von Mercator angegebene Besitzstand, der den Vorstellungen seines Auftraggebers entsprach, blieb bis zur Auflösung der geistlichen Territorien 1803 weiterhin rechtsverbindlich. Das Kartenwerk mit der Cyriakuskirche am linken Bildrand war lange Zeit verschollen und wurde erst 1958 im Archiv der Güterverwaltung des Herzogs von Arenberg auf Schloss Nordkirchen wieder entdeckt. Seitdem ist das einzigartige Dokument Bottroper Geschichte der Stadt Bottrop als Dauerleihgabe überlassen.