Denkmalerhalt und Denkmalpflege

Zweifellos war der Denkmalerhalt des Malakoffturms das größte Projekt und der bisher größte finanzielle Kraftakt der Historischen Gesellschaft.  Die üblich zehnprozentige finanzielle Beteiligung der Städte bei solchen u.ä. Projekten hat die Historische Gesellschaft mit ihren Mitgliedern, Förderern und Sponsoren für Bottrop geschultert.

 

Unter den vierzehn erhaltenen Malakofftürmen des Ruhrgebiets ist der steinere Koloss von Prosper II in Bottrop einer der aufwändigsten Schachttürme, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden. Wir haben Mitte der 1990er Jahre die Initiative ergriffen und den stummen Zeitzeugen einer blühenden Bergbau-Epoche vor dem Verfall gerettet. Wir haben das angeschlagene Industrierelikt umfangreich saniert und mit einem neuen Nutzungskonzept wieder zum Leben erweckt, mit dem Wunsch, "dass der Turm und sein pädagogisches Konzept sich zu einer lebendigen Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entwickeln können".

 

Migration - Integration

Was war Intention zu derartigem Engagement? Warum stellte sich die Historische Gesellschaft dieser Aufgabe? Weil

  1. der Malakoffturm auf der Schachtanlage Prosper II das Symbol der industriellen Entwicklung der Stadt Bottrop auf dem Weg von der Landgemeinde zur Industriestadt ist,
     
  2. ohne eine neue Nutzung ein derartiges Baudenkmal auf Dauer nicht erhalten bleiben kann,
     
  3. zur Entwicklung und Stabilisierung einer neuen Nutzung bürgerschaftliches Engagement unerlässlich ist.

Der Malakoffturm in Bottrop ist der einzige in Deutschland erhaltene Turm seiner Art, der durch ein eingezogenes Strebengerüst ergänzt wurde. Er ist beispiellos und darum als Industriedenkmal mehr als nur ein Zeichen örtlicher Industriegeschichte.